Bausteine für Klimaanpassung und Hitzeschutz
Alle fordern's - wir machen's: mit vielen oft miteinander zusammenhängende Maßnahmen, an ganz verschiedenen Stellen. Mal geht es eher um reine Klimaanpassung, teilweise aber auch um darüberhinausgehenden Klimaschutz: dass also die Ursachen der Erderwärmung bekämpft werden. Gehen wir einige ausgewählte Maßnahmen mal durch:
Raffinierte "partizipative" Beschattung
- durch Schiebeläden, die viel besser als übliche Rolläden sind.
Denn geschlossene Rolläden verdunkeln auch dann, wenn man nur die Hitze draußen halten will. Und sie verhindern gründlich das die Sicht nach draußen (s.Bild unten rechts).
Uli Otto musste hier lang mit den Architekt_innen ringen. Denn diese wollten aus optischen Gründen unbedingt Läden, und zwar Schiebeläden. Die werden tatsächlich die Ansicht der Häuser sehr sympathisch prägen. Aber handelsüblich gibt es Schiebeläden nur ziemlich geschlossen oder mit schmalen Lamellenöffnungen in traditionellem Layout. Er ließ nicht locker... und so werden nun (dennoch bezahlbare) Sonderanfertigungen montiert:
Rechts unten im Bild der klassische Rolladen: Durchsicht ist nicht. Links als Detail der Schnitt durch unsere Lamellen-Schiebeläden: die relativ flach stehenden 7 cm tiefen Lamellen halten die besonders heißen steilen Sonnenstrahlen zuverlässig draußen. Der Gewächshauseffekt ist ausgesperrt. Nicht aber die Sicht nach draußen: Auch bei geschlossenen Läden kann ich am Leben teilhaben. - und durch Dachfenster-Beschattung
Denn auf unseren West- und Ost-Dächern wären normale Schrägfenster gruselige Hitzefallen (die Dachansicht ganz unten im Post zeigt: es sind einige). Deshalb bekommen sie elektrisch ansteuerbare Außenmarkisen, die sich über kleine PV-Module selbst mit Strom versorgen. Das ist nicht billig. Aber anders würden sonst unsere tollen Galerieebenen in den DG-Wohnungen zu Backöfen. Auch diese "schrägen Außenvorhänge" lassen absichtlich weiter Licht und Durchblick zu, halten aber den Löwenanteil der Hitzeeinstrahlung ab._bearb-500kb-DFF.jpg)
Gute Wärmedämmung ist auch gut gegen Hitze
Wir bauen im ziemlich guten Energiestandard EH55 -
- mit gut gedämmten Wänden, die zudem eine große speicherfähige Masse haben. Durch massive Dämm-Ziegel sowie Betonwände und -decken wird auch Kälte länger gespeichert und hilft, die Räume kühl zu halten.
Die Hohlkammern unseres Massivziegel sind gedämmt. Damit können wir wenigstens das mittlerweile noch kritischer gesehene Wärmedämm-Verbundsystem vermeiden - Dächer und Fußböden sind stark gedämmt,

So dick ist allein das Dämmpaket unter allen Kellerböden - und auch die 3-fach-Isolierverglasung bewährt sich nicht nur gegen Kälte sondern auch gegen Hitze... jedenfalls, wenn sie nicht wie ein Gewächshaus wirken, durch dessen Scheiben die Sonne ungehindert das Innere aufheizt. Dagegen helfen bei uns künftig:
Die Arztpraxis wird eine Klimaanlage haben
- Das ist besonders wichtig, weil in Arztpraxen gerade ältere und vulnerable Menschen besonders häufig anzutreffen sind. Und es begünstigt sowohl ein gutes Arbeitsklima als auch Ärzt_innen, die auch an langen Arbeitstagen konzentriert und gut gelaunt sind. Auch die Klimaanlage wird vollständig aus der hauseigenen großen Photovoltaik-Anlage gespeist werden. Denn die Kühlung läuft ja in der Regel immer nur dann, wenn kräftig die Sonne scheint...
- Auch die Pflege-WG ließe sich mit einer Klima-Anlage leicht nachrüsten. Wir lassen baulich immerhin alles so vorbereiten, dass die Kabel liegen und ein Ort für die Außeneinheit schon vorgesehen und ausgerüstet ist.
- Soll die Scheuer gar eine örtliche öffentliche Kältestube werden? - diese weitgehende Vision beschäftigt uns dort ebenso wie viele kleine Hitzeschutzmaßnahmen.
Weitere Bausteine
- wir möchten gerne einige Fassadenbegrünungen anbringen
- die Pflege-WG-Dachterrasse bekommt eine Pergola, die wir bewachsen lassen
- und wir sammeln das Dachwasser aller Dächer in einer großen unterirdischen Zisterne, damit wir einerseits die Begrünung nicht mit knappem Trinkwasser bewässern müssen, und andererseits einen Beitrag zum Starkregenmanagement liefern.
Die große Regenwasserzisterne wurde ganz früh schon platziert, zu sehen am rechten Bildrand - Wir haben die PV-Anlage groß ausgelegt (s. Bild unten die grauen Module). Und so, dass ihr Strom ganz direkt allen Mieter_innen als ganz einfacher Mieterstrom dient.
- Außerdem sind nicht nur 2 Wallboxen für E-Autos im Parkdeck vorbereitet, sondern auch eine als "Nachbarschaftshilfe": sie könnte die Stellplätze vor dem Krankenpflegeverein bedienen...
Dachaufsicht: in dunkelgrau die großzügigen PV-Flächen. Hellblau: die Dachfenster - sämtlich mit Beschattung